COSMIC LANGUAGE

Artist statement

My artistic practice stems from a deep fascination with the universe and with human as well as non-human existence. At its center is, for me, less the outer space itself than the human feeling toward it: projections, fears, longings, and ideas we cast into that vastness.

The outer space is an essential part of the nature that surrounds us and from which humanity has emerged. Yet in our culture a dominant narrative describes it as a distant outside – an abstract, incomprehensible realm beyond our lived world. In my work I try to reduce this distance and bring the cosmos closer to the sphere of our experience.

I believe that the way we look at the universe shapes how we understand reality and existence. Therefore, the aim of my work is to examine – and to influence – the tension between alienation and connectedness in regards to our view of the universe and ourselves within it.

From this position I have developed a cross-media practice, ranging from photography to spatial and sound installations and functional artworks. Through technical inventions and experimental setups I question human perception and our relationship to what we call the universe. I am drawn to what appears invisible: vibrations, sound, radio waves, and light – phenomena that lie beyond human perception yet profoundly shape our view of the world.

Many of my works emerge from a direct engagement with technology. This includes my training as a radio operator, the construction of a space antenna, the development of a seismograph, and setups in the spirit of natural history diagrams. I work with terrestrial stones, meteorites, fossils, and readymades from aerospace contexts. My reduced, partly sterile aesthetic creates a clear, neutral presence that negotiates the sense of distance between humans and the cosmos.

Time – finite and infinite – fundamentally shapes my practice. By working with terrestrial and extraterrestrial phenomena, I anchor my works in deep time, point to the origins of life, and open a view onto possible futures.

I work from a research-based, experimental approach, combining scientific curiosity with a speculative mode of inquiry. I understand art as a cosmic language: it carries a form of knowledge that moves beyond words and formulas and reaches beyond the earthly. While science orders the world through measurement and rational models, my artistic practice turns toward those aspects of existence that elude the concrete. My works thus become resonant spaces for what we do not yet comprehend. They are an attempt to weave the fine threads together and create a web in which art serves as a bridge between the known and the unknown.

Artist statement (original language):

Mein künstlerisches Schaffen geht aus meiner tiefen Faszination für den Weltraum und die menschliche wie nicht-menschliche Existenz hervor. Im Zentrum steht für mich dabei weniger das Universum selbst als vielmehr das menschliche Gefühl ihm gegenüber: Projektionen, Ängste, Sehnsüchte und Vorstellungen, die wir in diesen Raum hineinlegen.

Der Weltraum ist ein wesentlicher Bestandteil der Natur, die uns umgibt und aus der die Menschheit entsprungen ist. Dennoch dominiert in unserer Kultur eine Erzählung, die ihn als fernes Außen, als abstrakten, unbegreiflichen Raum jenseits unserer Lebenswelt, beschreibt. In meinem künstlerischen Schaffen versuche ich, diesen Abstand zu verringern und den Kosmos näher an unsere Erfahrungswelt zu holen.

Ich glaube, dass unser Blick auf den Weltraum prägt, wie wir Realität und Existenz verstehen. Ziel meiner Arbeit ist es daher, die Spannung zwischen gelebter Entfremdung und tatsächlicher Verbundenheit, als auch unsere Sichtweise auf das Universum – und damit auf uns selbst – zu untersuchen und zu beeinflussen.

Ausgehend von dieser Haltung habe ich eine medienübergreifende Praxis entwickelt – von Fotografie über Raum- und Soundinstallationen bis hin zu funktionalen Kunstwerken. Mit technischen Erfindungen und Versuchsanordnungen befrage ich die menschliche Wahrnehmung und unser Verhältnis zu dem, was wir Universum nennen. Dabei interessiert mich das scheinbar Unsichtbare: Vibrationen, Klänge, Radiowellen und Licht – Phänomene, die jenseits der menschlichen Wahrnehmung liegen und dennoch unsere Sicht der Welt wesentlich prägen.

Viele meiner Arbeiten entstehen in direkter Auseinandersetzung mit Technologie. Dazu zählen meine Ausbildung zur Funkerin, der Bau einer Weltraumantenne, die Entwicklung eines Seismographen sowie Aufbauten im Stil naturkundlicher Schaubilder. Ich nutze irdisches Gestein, Meteoriten, Fossilien und Readymades aus der Luft- und Raumfahrt. Meine reduzierte, teils sterile Ästhetik erzeugt eine klare, neutrale Präsenz, die die Entfremdung zwischen Mensch und Kosmos verhandelt.

Zeit – endlich und unendlich – prägt meine Praxis maßgeblich. Durch die Arbeit mit irdischen und außerirdischen Phänomenen verankere ich meine Arbeiten in der Tiefenzeit, verweise auf die Ursprünge des Lebens und öffne den Blick auf mögliche Zukünfte.

Ich arbeite aus einer forschenden, experimentellen Praxis heraus und verbinde wissenschaftliche Neugier mit einer spekulativen Annäherung. Kunst verstehe ich dabei als kosmische Sprache: Sie trägt ein Wissen in sich, das sich jenseits von Worten und Formeln bewegt und über die Erde hinausgeht. Während die Wissenschaft die Welt durch Messungen und rationale Modelle ordnet, richtet sich meine künstlerische Praxis auf jene Bereiche der Existenz, die sich dem Konkreten entziehen. Meine Arbeiten werden so zu Resonanzräumen für das, was wir noch nicht begreifen können. Sie sind der Versuch,
die feinen Fäden miteinander zu verweben und ein Geflecht zu schaffen, in dem Kunst als Brücke zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten wirkt.