Turfroom

(2016)

Wie nehmen wir sie wahr, die Welt zu unseren Füßen?

Die kulturelle Dimension der Jeans zeigt, dass sie eine Ikone der Modeindustrie ist. Die Jeans ist daher nicht mehr nur eine Arbeitshose, sondern sie wird quer durch alle Schichten und zu jedem Anlass getragen. Dieser Fakt macht sie zu einem globalen Medium. Weiter noch ist die Jeans nicht nur das Paradebeispiel für die kapitalistische Modeindustrie, sondern auch ein zutreffendes Beispiel dafür, wie sich das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt gestaltet. Dieses Verhältnis ist von einer verloren gegangenen Verbundenheit mit der Natur geprägt. Der Mensch macht sich die Welt zum Untertan – er beutet sie und seine Mitmenschen regelrecht aus. Er respektiert die Natur, aus der er einst entsprungen ist, nicht mehr.

Ausgehend von der Jeans als Kleidungsstück, wurde der Herstellungsweg umgekehrt und eine Jeans in ihre Einzelteile des Schnittmusters zerlegt:

7

Die Installation besteht aus einen Raum, dessen Boden mit Rollrasen bedeckt ist. Aus dieser Rasenfläche ist das Schnittmuster einer Jeans geschnitten, dessen Einzelteile sich fragmentarisch im Raum befinden. Der aus seinem Umfeld gerissene Rasen und die Wunde, die der Erde damit zugefügt wird, wirkt geradezu martialisch und erschließt sich als Zusammenhang zu dem, wie der Mensch die Erde zerfleischt und ausmerzt.

Das Medium der Arbeit ist Rasen, weil dieser im White Cube aus seinem natürlichen Umfeld gerissen ist. Damit ist der Rasen, als das was scheinbar von selbst aus der Erde wächst, gestalterischen Prinzipien unterworfen. Damit wird in die gewohnte Wahrnehmung eingegriffen und ein außergewöhnlich steriles Naturerlebnis erzeugt.
Die Rauminstallation ist für die Besucher*innen begehbar. Sie wird also nicht nur über den Akt des Sehens wahrgenommen, sondern auch über den des Fühlens, Hörens und Riechens.

 

8

 

25

 

 

11

 

 

9

 

 

13

 

22

 

15

 

 

Umfang der Arbeit: 50 m2 Rollrasen, 20 l Erde, 2 Kleiderstangen, 5 Fleischerhaken, 2 Metallketten